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„The Flying Temple“, Landart Ausstellungs „KunstLandschaft 2006/2008“, Büsum , Nordsee
300 Holzpfähle, Aluminium Anker, 50 m Stahlseil,1700 Meter Seil
32,50 x 14,30 Meter
1700m (5577’428″) rope, 50m (164’042″) wiring,
32,50 x 14,30m (105′ x  45’9″)

 

Grundlage und Ausgangspunkt für den „Fliegenden Tempel“ von Susanne Kessler bildet die antike Tempelanlage von Poseidonia (Paestum), erbaut vor etwa 2.500 Jahren von Griechen während der Magna Graecia im heutigen Italien. Die Stadt entstand in einem Landstrich, der durch Landgewinnung und Entwässerung den Sümpfen abgerungen wurde. Zur Anlage gehört ein Tempel, der der Göttin Athene geweiht ist. Athene, aus dem Haupt des Zeus entsprungen, ist Schutzherrin der Helden, der Städte, der Wissenschaft und der Künste. Beschrieben wird sie als Strategin gegen Gefahren, als Göttin des Krieges, die eher Vergnügen am Schlichten findet, die aber, wenn man sie zum Kampf zwingt, immer Siegerin bleibt. Vor allem ist sie den Künsten der Frauen zugewandt: Kochen, Weben und Spinnen.

 

Susanne Kessler zeichnet den Grundriss dieses Tempels an der Dithmarscher Küste in Form einer Installation nach – im Originalformat 32,50 x 14,30 Meter, aber mit Seilen, Draht, Pfählen und Alugestänge. Sie führt die Seile in Anlehnung an die Göttin Athene wie eine Weberin zu einem Ganzen. Die Maße und Proportionen werden aus uralter Landschaft entliehen und versetzt in die junge Landschaft, die vollständig erst 1978 dem Meer entrissen wurde, als sich die Deichlinie vor der Meldorfer Bucht schloss. Es entstehen neue Bezüge, die Parallelen bei der Landgewinnungs- und Meeresproblematik sind frappierend: Wie die Stadt am Golf von Salerno wurde auch dieser Ort dem Meer entrissen. Der sakrale Ort aus einer anderen Zeit tritt in Dialog mit den Kultstätten auf der nahen Geest. Geschichte wird zum Event, über Zeit und Raum überraschend neu erfahrbar.

 

Dokumentation