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Eine Ausstellung junger Kunst, will sagen, einer Künstlerin, die, obgleich schon seit Jahren zu Recht beachtet, noch dabei ist, ihre Kräfte und Möglichkeiten auszudehnen. Zugleich steht sie in der Tradition der Malerei und entwickelt diese für sich fort. Ihr primäres Tun ist das Malen und Zeichnen. Stets bedient sie sich der Mittel, die ihr dieses Arbeitsfeld bietet, aber sie tut es unkonventionell und auf eine sehr eigene Art. Nichts ist bloß konzeptuell, nichts argumentiert für irgend etwas. Sondern den Impulsen der Nachdenklichkeit entquellen die sichtbar werdenden Linien und Züge, nicht flüchtig, nicht aufs Wegwischen angelegt, viel­mehr dauerhaft und in dieser Verfügbarkeit einen Vorrat anlegend für weitere Arbeit in Zugriff, Zuordnung und Einbindung. Das einzelne Werk eine Summe. Sie schichtet, sie dringt ins Körperhafte vor, schafft Raum und Umraum, ohne doch des primär Malerischen zu entraten, und wo wirkliche Bewegung entsteht, ist sie nicht apparativ, sondern die natürliche im Strich des Windes oder im Fließen des Wassers. Die Ausstellung sprengt die Grenzen üblicher Darbietung. Mischen sich in der großen Halle die in Flächigkeit gehaltenen Bilder mit kleineren körperhaft-räumlichen, so umgeben auf Wiese und Teich größere, von Luft oder Wasser bewegte und umschreit- und begehbare das Schloss als den Schatzbehälter des Museums und werden im Wechsel des Wetters und der Tageszeiten weithin sichtbar ihre Lebendigkeit ausstrahlen. Die Künstlerin selbst hat alles gerichtet; ihr und allen, die an der Verwirklichung von Ausstellung und Katalogbuch mitgewirkt haben, sei Dank gesagt.

 

Vorwort von Franz-Joseph van der Grinten , Direktor des Museum Schloss Moyland, im Buch zur Ausstellung „Susanne Kessler – Bilder, Konstruktionen, Arbeiten auf Papier“, Stiftung Museum Schloss Moyland, Sammlung van der Grinten, 1999