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Susanne Kesslers jüngste Arbeit „Scudi“ sind Gebilde organisch fragiler und technisch komplexer Strukturen. Durch Aufschichtungen von Zeichnungen, Formen und  Symbolen verdichtet die Künstlerin poetisch anmutende Netzwerke. Drei große stehende Kreisformen  tragen die  verschiedensten Materialien.  Zeichnungen  und Objekte  sind miteinander verdrahtet und verkabelt. Obwohl inhaltlich  miteinander verbunden, stehen sie in Distanz  und Unabhängigkeit zueinander. Es entstehen dort Archetypen und Stützstrukturen  eines  kollektiven Unbewussten.
Die Eisenräder weisen auf das Prinzip des Lebens  als Prozess ständigen Wandels. Ein Fluss von Lebensenergie verbindet sich mit der Energie des Ortes: der entweihten Kirche Santa Rita,  und durchmischt Perspektiven und Zeiten und gibt den Raum Sinn und Seele zurück. Die Atmosphäre der Heiligkeit der ehemaligen Barockkirche hallt in dem für diesen Raum geschaffenen Werk „Scudi“ wider.
Schutzschilde werden im Kampf gebraucht, dienen aber ausschließlich dem eigenen körperlichen Schutz der Kämpfer. „Die symbolische Bedeutung des Schildes entspricht einer Übertragung seiner Verteidigungsfunktion auf die spirituelle Ebene“ (Juan Eduardo Cirlot im Wörterbuch der Symbole).
So konzentriert sich die Künstlerin in ihrer Arbeit auf den Schutz vor lähmendem Negativen, auf Abwehr von allem, was unsere Gelassenheit oder gar Existenz gefährden könnte.
Eine weitere Konnotation des Werkes findet sich in der Wahl der auf den verschiedensten Gebieten symbolträchtigen Zahl „drei“. Die Künstlerin dreiteilt ihre Arbeit und erschafft eine  metaphysische Triade:  Sein, Denken und Glückseligkeit. Im ehemaligen Kirchenraum setzt sie ihre Installation bewusst mit der christlichen Welt in Kontakt, indem sie  auf die Dreifaltigkeit und andere dreifache Symbologien verweist, die eng mit der christlichen Welt verbunden sind.

 

Text zur Ausstellung „Susanne Kessler – Scudi“ in Sala Santa Rita, Rom, 2016