Alle Grenzen der Erde
Das Hinzuerfinden von Linien nach ästhetischen Kriterien ist Kesslers Spezialität. So zeigt denn auch ihre „Mappa Mundi“ (2018) Grenzziehungen, Grenzüberschreitungen und ein von Herz und Verstand Abstand nehmendes Linengewusel, ein bindungsloses Konstrukt gleichermaßen. In bewusster Verknäulung, sodass Grenzen ihre Bedeutung verlieren.
Jede dieser Kartografien ist natürlich ein Gegenmodell zu den Übereinkünften in Wissenschaft und Politik. Insofern schön und provokant zugleich. Aber das Eigene, das Fremde und das Noch-nicht-zu-Benennende nicht im Widerspruch zu begreifen und bereichernde Kulturerfahrungen gegenüber kultureller Distanzen zu betonen, ist der Künstlerin ein anhaltendes Bedürfnis.
Auszug aus dem Text „Kunst als Möglichkeitsraum“ von Christoph Tannert,in Katalog Susanne Kessler „About Roots and Borders“